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Thrombose

Eine Verstopfung von Blutgefässen durch Bultgerinnsel (Thromben) wird als Thrombose bezeichnet.

Thrombosen können sich sowohl im Venensystem entwickeln als auch  in den arteriellen Gefässen.

 

Ursachen

Venenthrombosen werden begünstigt durch längere Immobilisation, speziell bei längerer Bettlägerigkeit, insbesondere infolge vorausgegangener Operationen. Aber auch die alleinige vielstündige Immobilisation während eines anhaltenden Sitzens mit angewinkelten Beinen, beispielsweise während Interkontinentalflügen, kann im Einzelfall  Beinvenenthrombosen nach sich ziehen. Ähnliches gilt für längere Gipsruhigstellungen im Falle von Beinverletzungen. Im Falle einer Schwangerschaft kann eine Druckerhöhung auf die untere Hohlvene durch die vergrösserte Gebährmutter ebenfalls vereinzelt zu Venenthrombosen führen. Bei Tumorleiden kann als tumorassoziierte Komplikation auch bei fehlender Mobilitätseinschränkung eine Venenthrombose als sog. paraneoplastisches Syndrom entstehen.

Arterielle Thrombosen treten meist im Gefolge akuter Gefässverschlüsse bei vorbestehender Atherosklerose auf, wenn es zu einem Einriss der Gefässinnenwand (Intima-Ruptur) mit nachfolgender Gerinnselbildung kommt. In selteneren Fällen können auch embolisch bedingte Arterienthrombosen entstehen. Hier löst sich ein Blutgerinnsel an anderer Stelle des Körpers ab und wird mit dem Blutstrom in die betreffende Arterie gespült, wo es zum Verschluss dieser Arterie führt (Embolie).

Auch Störungen der Blutgerinnung mit einer gesteigerten Blutgerinnbarkeit können seltene Ursachen für venöse oder auch arterielle Thrombenbildungen darstellen.

Die unten stehenden Abbildungen zeigen eine frische Thrombose in einer Vene. Das Blutgerinnsel erscheint im Querschnittsbild als rundlich begrenzte, nicht komprimierbare Struktur mit irregulären Binnenreflexen, welche das Lumen der Vene nahezu ausfüllen; lediglich im unteren Bereich ist noch ein schmales, sichelförmig begrenztes Restlumen erkennbar (schwarz). In der Längsschnittsansicht sind Vene und zugehörige Arterie getroffen; die Vene verläuft oberhalb der Arterie. Das Lumen der Vene (rot kontrastiert) bricht nach links hin ab, da es durch einen Thrombus verlegt wird.

Venenthrombose im Ultraschall
Querschnittsansicht links, Längsschnittansicht rechts

 

Symptome

Leitsymptome der frischen Beinvenenthrombose sind eine einseitige Weichteilschwellung des betroffenen Beines mit eindrückbarer Flüssigkeitsansammlung (Oedem), Konturverstreichung des Oberflächenreliefs, Schweregefühl, besonders bei Tieflagerung des Beines, bläulich-livide Hautverfärbung und Weichteilschmerzen, insbesondere in den Waden und im Verlauf der grossen Beinvenen.

Es ist ausdrücklich zu betonen, dass bei frischen Venenthrombosen keinesfalls sämtliche der vorerwähnten Symptome vorliegen müssen; insofern kann es sich bei der Beinvenenthrombose auch um ein diagnostisches “Chamaeleon” handeln.

Löst sich das Blutgerinnsel von der Venenwand und wird in die Lungenarterien verschleppt, kommt es zur Lungenembolie. Diese ist durch plötzlich einsetzende Atemnot, atemabhängige Brustschmerzen, ggf. begleitende Herzschmerzen, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufschock charakterisiert.

Bei einer älteren Venenthrombose kann die betroffene Vene entweder dauerhaft verschlossen bleiben, oder es kann zu einer teilweisen Wiederauflösung des Blutgerinnsels (Rekanalisation) kommen. Häufige Spätfolge einer Venenthrombose ist das postthrombotische Syndrom mit chronischer Schwellneigung, Ernährungsstörungen der Beinweichteile, Schmerzen und Beingeschwüren.

Die Symptone eines akuten thrombotischen oder embolischen Arterienverschlusses richten sich nach Lokalisation und betroffenem Organ. Ein Beinarterienverschluss führt typischerweise zu erheblichen Schmerzen bei deutlich abgeblassten, kalt tastbaren Weichteilen und fehlenden Pulsen der nachgeschalteten Arterien. Akute Verschlüsse in den Herzkranzgefässen verursachen Herzinfarkte, Verschlüsse im Verlauf der hirnversorgenden Gefässe Schlaganfälle. Verschlüsse der Bauchgefässe können zu akuten Bauchschmerzen mit Darmparalyse und Absterben von Darmabschnitten führen. Nierengefässverschlüsse führen zum Niereninfarkt.

 

Sofortmassnahmen

Jede frische Gefässthrombose sollte umgehend einer akutklinischen Abklärung und  Behandlung  zugeführt werden.

Wesentliche Therapiemöglichkeiten bestehen in der medikamentösen Auflösung frischer Thromben (Fibrinolysetherapie), einer Beseitigung der Gefässverschlüsse mit interventionellen Kathetertechniken (z.B. Ballonerweiterung, Einbringung von Gefäss-Stützen) und verschiedenen Verfahren der operativen chirurgischen Behandlung.

Weitere Erläuterungen: Siehe Seite zum Thema “Behandlung”!

 

Copyright: Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
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